Am 22. Juni wurde der 660 Seiten starke Bericht der Enquete-Kommission „Berufliche Bildung in der digitalen Arbeitswelt“ der Öffentlichkeit präsentiert.  

Die im Juni 2018 vom Deutschen Bundestag eingesetzte Enquete-Kommission hatte den Auftrag, die Entwicklungsperspektiven der beruflichen Aus- und Weiterbildung in der künftigen Arbeitswelt zu analysieren, die ökonomischen und sozialen Potentiale einer Modernisierung zu prüfen und daraus für die Politik konkrete Handlungsempfehlungen abzuleiten. Die Enquete-Kommission setzte sich aus 19 Abgeordneten und 19 Sachverständigen aus Praxis, Verbänden und Wissenschaft zusammen. Die Sachverständigen wurden von den Fraktionen benannt. Von ver.di war eine Vertreterin vom Bündnis90/Die Grünen als Sachverständige dabei. Weitere Gewerkschaftsvertreter*innen wurden über die CDU (DGB), SPD (IG BCE) und Die Linke (IG Metall) benannt.

Der Bericht der Enquete-Kommission Berufliche Bildung in der digitalen Arbeitswelt ist die Zusammenführung der Ergebnisse der Projektgruppen. Diese wird ergänzt um die Ergebnisse von 17 öffentlichen thematischen Anhörungen und die Diskussionen zu den Projektgruppenberichten in nichtöffentlichen Sitzungen mit allen Mitgliedern der Enquete-Kommission.

Im Abschnitt 6 „Berufliche Ausbildung“ wird die Stärkung und Weiterentwicklung des Prüfungssystems bearbeitet. Einleitend erfolgt eine Darstellung der Grundprinzipien des Prüfungswesens. Hierzu gehören ein bundeseinheitlicher Ordnungsrahmen, das Prinzip der Handlungsorientierung sowie die Beteiligung aller Berufsbildungsakteure.

Daran anschließend werden zwei inhaltliche Felder vertieft ausgeführt: Zum einen die Auswirkung der Digitalisierung und dabei vor allem die Nutzung digitaler Medien für die Durchführung von Prüfungen und zum anderen notwendige strukturelle Veränderungsmöglichkeiten der Berufsbildung. Dabei geht es um die Rolle der beruflichen Schulen im Prüfungswesen und die Einbeziehung der schulischen Leistungsfeststellungen in das Abschlusszeugnis. Hier werden unterschiedliche Varianten beschrieben, die ein breites Spektrum abdecken. Dies reicht von der Darstellung der Abschlussnote der Berufsschule auf dem Abschlusszeugnis, über die Einbeziehung der schulischen Leistungsfeststellung in die Gesamtnote des Abschlusszeugnisses bis hin zu der Möglichkeit, dass schulische Leistungsfeststellungen der beruflichen Schulen Teile der Abschlussprüfung ersetzen könnten. Interessant sind vor allem die daran anschließenden Positionen von Kultusministerkonferenz (KMK), Gewerkschaften, Arbeitgebern, Berufsschulvertretern sowie der zuständigen Stelle zu den Varianten.


Erstellt von Franziska Hamann-Wachtel

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